Die Ziele der GI-Fachgruppe Organic Computing

Organic Computing (OC) ist eine interdisziplinäre Forschungsinitiative mit dem Ziel, organisch strukturierte Informationstechnologie zu entwickeln. OC nimmt Bezug auf das biologische Paradigma selbstorganisierter Informationsverarbeitung in organischen Systemen. Biologische Organismen zeigen Selbst-x-Eigenschaften,  sie sind beispielsweise selbst-konfigurierend, selbst-heilend oder selbst-optimierend. Diese Eigenschaften werden als Qualitätsmerkmale einer organisch strukturierten Informationstechnologie gesehen. Die Verwirklichung der erwünschten Qualitätsmerkmale soll auf dem Konzept der Selbst-Organisation basieren. OC erarbeitet Antworten auf die Probleme künftiger Technologieentwicklungen. Zukünftig wird eine Vielzahl intelligenter Systeme (beispielsweise Roboter, Smart Sensors, Software-Agenten) existieren, die in dynamisch veränderlichen Umgebungen ihre Dienste erbringen. Über verschiedene Kommunikationssysteme werden Informationen und Wissen untereinander ausgetauscht, es entstehen Netze intelligenter Systeme, deren Verhalten nicht vollständig vorhersagbar sein wird. Die Systeme müssen in der Lage sein, auch in unvorhergesehenen Situationen sinnvoll und den Bedürfnissen des Menschen entsprechend zu reagieren. Das heißt, intelligente technische Systeme werden sich in ihrem Verhalten untereinander und mit der Umgebung abstimmen können und müssen – sie passen sich also an, sie organisieren und optimieren sich selbst.

Im Rahmen des Fachausschusses ARCS der Gesellschaft für Informatik wurde im Februar 2012 eine Fachgruppe „Organic Computing“ gegründet. Die FG OC soll die Aktivitäten zum Thema OC bündeln. Sie sichert somit auch die Kontinuität der im Schwerpunktprogramm OC (2005 – 2011) geleisteten Arbeiten. Verstärkt sollen auch Industrieunternehmen in die Aktivitäten einbezogen werden. Die FG OC sieht sich insbesondere auch als Inkubator für weitere Förderprojekte. Ziele der Fachgruppe sind unter anderem:

  • Veranstaltung regelmäßiger Workshops, Seminare oder Konferenzen
  • Veranstaltung eines regelmäßigen Doktorandenseminars 
  • Initiierung von Dagstuhl-Workshops
  • Bereitstellen einer gemeinsamen Kommunikationsplattform

Mitgliedsbeiträge werden derzeit nicht erhoben. Neue Mitglieder erhalten im ersten Jahr die Zeitschrift ti kostenlos.